Adel
der
Altmark

Bedeutende
Personen

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Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz
Held der deutschen Befreiungskriege,
unbesiegter preußischer General
bei Luckau, Großbeeren (Berlin), Dennewitz, Leipzig und
La Belle-Alliance (Waterloo)

Friedrich Wilhelm, geb. Falkenberg in der Altmark, 1755, Februar 16., ward bis zum 14.Lebensjahre im elterlichen Haus durch Hauslehrer gebildet. Sein Militärpersonalbogen lautet: Graf Bülow von Dennewitz, Friedrich Wilhelm, geboren zu Falkenberg im Pfarrdorf seines Vaters bei Seehausen in der Altmark (ohne Angabe des Geburtstages und Jahres). Vater: Friedrich Ulrich Arweg Baron von Bülow, geboren 1726 in Stockholm, gestorben 1791 zu Falkenberg. Mutter: eine geb. Sophie Schulzen.

Der Ehe von Friedrich Ulrich Arwegh von Bülows mit Sophie Schulz entsprangen 5 Kinder:
1. Carl Ulrich von Bülow
2. August Christian von Bülow
3. Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz
4. Adam Heinrich Dietrich von Bülow
5. Ludwig Georg Wilhelm Bernhard von Bülow

1769 Gefreiter
1793 Kapitän von der Armee, Orden pour le merite
1794 Major von der Infanterie
1797 Bataillonschef der 2. ostpreuß. Brigade
1802 Vermählung mit Marianne Auguste von Auer (stirbt 1807), 2 Kinder
1806 Oberst
1808 Vermählung mit Paulina Juliane von Auer, Schwester der ersten Gemahlin, 4 Kinder
1808 Generalmajor und Brigadegeneral
1812 stellvertretender General-Gouverneur von Ost- und Westpreußen
1813 Generalleutnant und kommandierender General des 3. Armeekorps
1813 Sieg bei Luckau am 4. Juni
1813 Sieg bei Großbeeren (Berlin) am 23. August
1813 Sieg bei Dennewitz am 6. September
1813 Erstürmung von Doesberg, Zütphen, Arnheim. Roter Adlerorden 1. Klasse
1814 Einnahme La Fere, Kapitulation von Soissons, Schlacht bei Laon, Einmarsch in Paris
1814 Schwarzer Adlerorden
1814 Kommandeurkreuz des Maria-Theresia-Ordens, vom Kaiser von Osterreich
1814 General der Infantrie, in den Grafenstand erhoben
1814 Ehrendoktorwürde Oxford und Berlin
1815 königliche Dotation Grünhoff u. Neuhausen bei Königsberg im nördlichen Ostpreußen am 1. Juni
1815 Kommandeur des 4. Armeekorps
1815 Schlacht bei Belle-Alliance am 18. Juni
1815 kommandierender General von Ost- und Westpreußen und Litauen
1816 25. Februar zu Königsberg i. Pr. nach eben vollendeten 61. Lebensjahre gestorben
1816 Ludwig XVIII. verleiht ihm das Großkreuz des französischen Militär-Verdienstordens du Merite

Bülow war Sohn eines Diplomaten und einer Kantorstochter. Er liebte die Musik und hat einige bedeutende Kompositionen hinterlassen. Als General der preußischen Armee galt er als Querkopf, unruhiger Geist, schnell aufbrausend, tapfer und in jeder Beziehung seinem König Friedrich Wilhelm III. ergeben. Er legte sich mit seinem Oberbefehlshaber Bernadotte an und erlaubte sich Eigenmächtigkeiten gegenüber Blücher. Mit seinen Siegen bei Luckau, Großbeeren und Dennewitz rettete er Berlin vor den napoleonischen Truppen. Der Erfolg blieb ihm treu, und fortan nannte man ihn den “allezeit glücklichen Bülow”.
 In Ligny, zwei Tage vor der Schlacht bei Waterloo (Belle-Alliance), kam er mit seinen Truppen zu spät, um noch eingreifen zu können, weil er ihnen Ruhe gönnte. Hinsichtlich der Fähigkeit, seine Soldaten zu motivieren, nahm er es mit Blücher - Marschall Vorwärts - auf. Seine schlecht ausgebildete aber hochmotivierte Landwehr griff am 18. Juni 1815 im entscheidenden Moment in die Schlacht von Waterloo (Belle-Alliance) ein, schlug die Kaiserliche Garde zurück und führte die entscheidende Wende herbei. Napoleons Schicksal war besiegelt. Wellington nannte Bülows Einsatz “most decisive”.
 

 Im besiegten Frankreich zeigte er Größe, indem er keine Übergriffe gegenüber der Zivilbevölkerung duldete und in einem Tagesbefehl jedem Plünderer die unverzügliche standrechtliche Erschießung androhte. In Paris brachte er Blücher von seinem Plan ab, den Pont dâIena in die Luft zu sprengen, mit der Bemerkung, es habe keinen Sinn, den Haß der Franzosen herauszufordern. Ludwig XVIII. verlieh ihm den französischen Verdienstorden du Merite.

Blücher sagte zu ihm: “Herr General, Sie sind gut zum Befehlen, aber schlecht zum Gehorchen!”

Wappen: quadrierter Schild mit rother Einfassung und mit Mittelschild. Der Mittelschild ist ebenfalls quadriert mit Herzschild. Dieses Herzschild zeigt in Blau vierzehn goldene Pfennige, oder Kugeln, 4, 4, 3, 3 (auch 4, 4, 3, 2, 1) 1 und 4 in Blau fünf silberne wellenweise gezogene schmale Balken oder Fäden; 2 und 3 in Blau ein rechtsgewendeter blauer Vogel mit goldener Brust, einen goldenen, mit einem Diamant gezierten Ring im Schnabel haltend. 1 und 2 des Hauptschildes in Silber der preussische Adler ohne Scepter und Reichsapfel; 2 und 3 in Gold ein aus Zweigen gebildeter, oben offener Lorbeerkranz, und vor diesem aufrechtstehend ein Schwert mit goldenem Griffe. Der rothe Schildesrand enthält in der unteren Hälfte die Worte: Dennewitz. 6. September 1813. Den Schild deckt eine Grafenkrone, auf welcher vier Helme stehen, von denen der rechte, der zweite und der linke mit einer Grafenkrone geziert sind. Auf dem rechten Helme steht der preussische schwarze Adler einwärtssehend; auf dem zweiten ein offener, blauer Flug, dessen Flügel mit den Balken des 1. und 4. Feldes des Mittelschildes belegt sind. Der dritte Helm ist mit einem blaugoldenen Wulste besetzt und trägt zwischen zwei goldenen Flügeln, von welchen jeder mit einem blauen Büffelshorne und dieses wieder mit sieben goldenen Pfennigen oder Kugeln belegt ist, den Vogel des 2. und 3. Feldes des Mittelschildes. Auf dem linken Helme steht das Schwert mit dem Lorbeerkranze, wie im 2. und 3. Felde des Hauptschildes. Die Decken des rechten Helmes sind silbern und schwarz, die des zweiten silbern und blau, und des linken golden und grün.