Adel
der
Altmark

Bedeutende
Personen

Montag, 15. September 2003

Bedeutende altmärkische Persönlichkeiten (Teil 65):
Dietrich von der Schulenburg (um 1333 1393)

Dietrich - Domherr und Probst des Domstiftes und Bischof

Von Dr. Ernst Block

Die Mark Brandenburg hatte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts sechs Landesherrn, davon kamen zwei aus dem Hause der Wittelsbacher bis 1373 und vier aus dem Hause der Luxemburger bis 1411.
Als Markgraf Otto 1365 nach dem Tode seines Bruders Ludwig die alleinige Herrschaft in der Mark Brandenburg antrat waren die Verhältnisse sehr verworren.
Der Magdeburger FürstErzbischof Dietrich von Portitz hatte von 1362 bis 1365 die Regentschaft in der Mark ausgeübt und der junge Markgraf Otto übertrug die Regentschaft nun für weitere sechs Jahre auf den Kaiser Karl IV..
Diese beiden Fürsten hatten Graf Heinrich von Schwarzburg als Beauftragten für die Mark Brandenburg eingesetzt. Die wirtschaftlichen und finanziellen Missstände erregten den Unmut der Stände. Die forderten Abhilfe und mehr Einfluß im eigenen Lande.
Die Schulenburgs gehörten zum Uraltadel der Altmark in der Mark Brandenburg. Mit dem Jahre 1237 liegt die erste urkundliche Erwähnung des Ritters Werner von der Schulenburg vor, er befand sich mit anderen Vasallen der Markgrafen Johann und Otto in Brandenburg und bezeugte hier einen Vergleich, den der Markgraf mit dem Bischof von Brandenburg schloß.
In: den folgenden Jahrzehnten erhielten die Schulenburgs unter anderem Lehen in Beetzendorf und Apenburg. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wird Bernhard (I) von der Schulenburg als Ritter auf Beetzendorf und Stammvater der weißen Linie genannt und zwischen 1292 bis 1341 als Zeuge in den verschiedensten Übereignungen und Verkäufen aufgeführt.
Bernhard von der Schulenburg und seine Ehefrau Gisela hatten fünf Kinder: Werner auf Beetzendorf und Apenburg (Der Lange), urkundliche Erwähnungen von 1335 bis 1361; Henning mit urkundlicher Erwähnung zwischen 1338 und 1389 und der jüngste Sohn trug den Namen Dietrich.

Dietrichs Werdegang bis zum Jahr 1363

Das Geburtsjahr für Dietrich von der Schulenburg ist urkundlich nicht überliefert. Sein Name befindet sich erst am 9. Oktober 1346 in einer Urkunde, in der die Schulenburgs an die von Oudorph etwas verkaufen. 1346 muss Dietrich aber bereits volljährig gewesen sein, da nach sächsischem Lehnsrecht die Mündigkeit mit dem 14. Lebensjahr einsetzte. Und da in einer Urkunde von 1345 nur die Namen seiner älteren vier Brüder stehen, muss das Geburtsjahr Dietrichs um 1333 liegen. Für den jüngsten Sohn Dietrich in der Familie Bernhards von der Schulenburg war die geistliche Laufbahn vorgesehen. Wollte er das Erbgut seiner Brüder nicht verkleinern, so blieb auch nur der geistliche Stand. Sein Bruder Bernhard hatte zudem als Geistlicher bereits Karriere, gemacht, war Domherr in Magdeburg, Halberstadt und Stendal und in Halberstadt zum Propst "Unser lieben Frauen" gewählt worden. So nahm Dietrich 1347 die geistliche Laufbahn auf; es liegt die Vermutung nahe, dass er in das Brandenburger Domstift eintrat und sehr schnell aufstieg. Seine Wahl zum Propst des Domstiftes in Brandenburg erfolgte am 6. September 1363, bereits vorher gehörte er zum Kollegiat des Domstiftes. Über den Zeitpunkt seiner Wahl zum Domherrn liegen keine Quellen vor. Dietrich Kothes, der Bischof von Brandenburg, hinterließ, dass nach dem Tode des Propstes Dietrich von Dalchow 1362 der Landadel in Brandenburg, insbesondere die Familien von der Schulenburg, diese Wahl indirekt bewirkten und dazu auch die Zusammensetzung des Domkapitels durch die Söhne aus den adligen Familie eine große Rolle spielten.
Am 22. Oktober 1363 nahm Propst Dietrich an der großen Einweihungsfeier des Magdeburger Doms teil, die durch Erzbischof Dietrich von Portitz (1361-1367) „als eine glänzende Schlußweihe“ veranstaltet wurde. So trafen sich hier in Magdeburg zwei Altmärker: der Adlige aus dem Hause von der Schulenburg in Beetzendorf als Probst und der Tuchmachersohn aus Stendal als Erzbischof.
Im November 1358 nahm Dietrich von der Schulenburg an der Absolution der Mark Brandenburg vom 1327 verhängten Bann durch Papst Johann XXII im Dom von Havelberg teil; diese Absolution hatte Karl IV. mit Papst Innocens VI. in Verhandlungen vereinbart. Es ist zu vermuten, dass Dietrich in seiner Eigenschaft als Domherr des Domstiftes Brandenburg an dieser Absolution teilnahm. Zu dieser Zeit hatte Ludwig der Römer (1330 bis 1365) durch seinen Bruder Ludwig 1351 die Markgrafenrechte für die Mark Brandenburg übertragen bekommen, die dieser dann bis 1365 ausübte. Ab 1360 erhielt gleichzeitig sein jüngerer Bruder Otto die Markgrafenrechte übertragen, die er nach Ludwig des Römers Tod 1365 dann alleine ausübte. Es waren dies aber auch die Jahre, da Kaiser Karl IV. langfristig die Inbesitznahme der Mark Brandenburg für sein Haus vorbereitete. 1365 erhielt er dann durch Markgraf Otto die Regentschaft für die Mark übertragen. Markgraf Otto heiratete 1366 Katharina, eine Tochter Kaiser Karls.

Bischof Dietrich von 1365 bis 1373

Als der Bischof von Brandenburg Dietrich Kothe 1365 verstarb, wählten die Domherrn des Brandenburger Kapitels den Dompropst Dietrich zum Bischof von Brandenburg. Die römische Kurie verlangte für die Bestätigung der Wahl eine hohe Steuer, die Dietrich aber nur in Raten begleichen konnte. Diese Besteuerung wurde im August 1365 ausgesprochen und bedeutete nach Bezahlung die Anerkennung der Bischofswahl. Die erste Urkunde, die der Bischof Dietrich unterzeichnete ist auf den 13. Mai 1366 datiert.
Im Jahre 1365 erhielt Kaiser Karl die Regentschaft über die Mark Brandenburg, mußte aber nach wenigen Jahren die Ausübung dieser Macht von seinen "ausländischen" Beratern abziehen und den markgräflichen Rat des einheimischen Adels anerkennen. Bischof Dietrich gehörte dann 1368 zum altmärkischen Rat, in dem seine altmärkischen Verwandten agierten. Als Bischof von Brandenburg betonte Dietrich die Reichsständigkeit des Episkopats, war aber gleichzeitig stark mit weltlichen Problemen der Mark befasst. Die altmärkischen Städte erhielten im März 1368 das Recht, Münzen zu prägen, bestätigt. Dietrich erschien oft im markgräflichen Hoflager; so war er im November 1368 in Salzwedel und Pritzwalk und im Februar 1369 in Berlin, wo der Markgraf an Bernhard und Hans von der Schulenburg, den Söhnen seines Bruders Werner, die Güter des Gumbrecht von Wansleben und der von Walstaw zuteilte.
Auch in den weiteren Monaten des Jahres 1369 blieb Bischof Dietrich am Hofe des Markgrafen Otto. Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Norden zwischen der Hanse und Dänemark und den darin verwickelten Herzögen von BraunschweigLüneburg, Sachsen, Holstein und Mecklenburg übernahm Bischof Dietrich eine vermittelnde Funktion. Am 8. April 1369 erfolgte dann in Osterburg der Abschluss eines Schutz und Trutzbündnisses zwischen Herzog Magnus von Braunschweig und Markgraf Otto im Beisein des Bischofs Dietrich. Gleichzeitig bereitete sich Markgraf Otto auf Auseinandersetzungen mit Mecklenburg vor und löste die verpfändeten Städte der Alt und Neustadt Brandenburg, Prenzlau und Templin von Anhalt aus. Dazu gehörten Zugeständnisse an brandenburgische Städte, um die finanziellen Mittel zu erhalten. Bischof Dietrich beteiligte sich daran mit Krediten. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen
zwischen BraunschweigLüneburg und Mecklenburg in die Brandenburg laut Vertrag eingreifen musste. Im November war Markgraf Otto wieder in Tangermünde und Salzwedel und ließ hier für die Schulenburgs Urkunden zugunsten dieses Geschlechts ausstellen. Bischof Dietrich gehörte auch hier zu den Unterzeichnern. Und der Markgraf vermittelte auch den Frieden zwischen BraunschweigLüneburg und Mecklenburg, denn dies lag auch in der Interessenlage der Hansekaufleute.
Kaiser Karl IV. erwarb 1369 Schlesien und die Lausitz und mit dem" Kauf " der Stadt Fürstenberg an der Oder vom Kloster Neuzelle und der Befestigung dieser Stadt trieb er seine Eroberungspläne weiter voran, die für die Mark Brandenburg bedrohlich aussahen. Markgraf Otto führte 1370 nach Auseinandersetzungen mit Kaiser Karl in Nürnberg seine Politik soweit, dass er den Sohn seines Bruders Stephan als Erbnachfolger einsetzte. Der junge Friedrich nahm dann auch im April 1371 in der Mark dieErbhuldigungen entgegen. Die
märkischen Stände hatten bereits im Juni 1370 auf einer allgemeinen Ständeversammlung in Anwesenheit der Bischöfe von Havelberg und Brandenburg Beschlüsse zur Bekämpfung aller Feinde gefasst und so Markgraf Ottos Politik stark gestützt. Im Juni 1371 begann Kaiser Karl den Krieg gegen, die Mark Brandenburg. Besonders die Uckermark wurde bei diesen Kämpfen stark verwüstet. Bischof Dietrich unterstützte Markgraf Otto weiter finanziell. Im September 1371 borgte sich Markgraf Otto in Lenzen von den Schulenburgs unter anderem "450 Mark Silber gegen Verpfändung vonjährlich 40 Mark aus der Altstadt Salzwedel".
Dies waren aus dem Geschlecht der Schulenburgs: der Brandenburger Bischof Dietrich; Bernhard, sein Bruder Domherr zu Magdeburg und Halberstadt, sowie fünf weitere Laienmitglieder der Familie Schulenburg.
Im Oktober 1371 wurde ein Waffenstillstand abgeschlossen, der bis 1373 befristet wurde, da alle Kriegsparteien erschöpft waren. Nach Erschöpfung der finanziellen Mittel, im Jahre 1373 war es noch einmal zu Kampfhandlungen gekommen, gaben die Wittelsbacher auf. Markgraf Otto und sein Nachfolger Friedrich verzichteten am 15. August 1373 in Fürstenwalde für immer auf alle Ansprüche in der. Mark Brandenburg zugunsten der Söhne Kaiser Karls IV. Die bayrischen Herzöge erhielten eine Entschädigung von 500000 Gulden und Markgraf Otto Besitzungen in der Oberpfalz. Kaiser Karl IV. wurde damit Regent der Mark Brandenburg für seine drei minderjährigen Söhne Wenzel, Sigismund und Johann. Bischof Dietrich von Brandenburg hatte bis zuletzt mit seinen Kräften Markgraf Otto unterstützt und so im markgräflichen Rat eine, überragende Stellung mit politischem Einfluss errungen.

Bischof Dietrich nach 1373

Nun aber war die Herrschaft der Wittelsbacher in der Mark Brandenburg beendet. Die Zusammenarbeit von Kaiser Karl IV. und Bischof Dietrich von der Schulenburg blieb auf die geistlichen Probleme beschränkt. So wurde Ende September 1373 als eine der letzten Regierungsmaßnahmen durch Karl die Bestätigung für die Bistümer Brandenburg und Havelberg vollzogen bevor er nach Prag reiste, um die Belehnung seiner drei Söhne mit der Mark Brandenburg zu vollziehen. Und im Mai/Juni 1374 erfolgte die feierliche Erbvereinigung der Mark Brandenburg mit dem Königreich Böhmen.
Kaiser Karls verfolgte Strategie, das Bistum Brandenburg mit Hilfe des Papstes in das Erzbistum Prag einzubeziehen, scheiterte.
Aber sicher wurden dazu auch Gespräche mit dem Bischof von Brandenburg notwendig, denn noch Bestand das Bistum als Reichsfürstentum. So versuchte es der Kaiser mit einer anderen Strategie. Am 23. März 1374 nahm Bischof Dietrich am kaiserlichen Hoflager in Berlin teil. Noch 1374 wurde er kaiserlicher Rat in Brandenburg mit einem Gehalt von 100 Mark jährlich. Hatte Markgraf Otto den Bischof noch Beschützer und Gönner genannt, so war er nun ein Ratgeber und Berater mit festem Gehalt. Es vollzog sich so ein langwieriger Prozeß des Überganges zur Landesabhängigkeit. Bischof Dietrich verlor seine große politische Einwirkung auf die Entwicklung der Mark Brandenburg. Für einen großen Teil der Bevölkerung aber war die Regentschaft des Kaisers in der Mark Brandenburg eine Zeit, in der langsam wieder Ordnung, Sicherheit und Frieden einzogen. Er verstarb im November 1378 in Prag.
Markgraf Wenzel, ein Sohn Karls, hatte zwar als 14jähriger in der Mark die Huldigung erhalten, aber seine Wahl zum römischen König 1376 ließ die Regentschaft des Vaters weiter wirken. Und als Sigismund nach dem Tode des Vaters 1378 als 11jähriger Markgraf von Brandenburg wurde, da begann wieder allgemeine Unsicherheit, Fehdewesen und Straßenräuberei. Markgraf Sigismund gestattete den märkischen Städten 1379 sich gegen Räuberei zur Bekämpfung auch mit ausländischen Städten zu verbinden.

Bischof Dietrich von der Schulenburg nahm im September 1381 in Berlin die Beziehungen zum Markgrafen Sigismund wieder auf. Dieser bestätigte in der Folge die Rechte des Episkopats und auch des Domstiftes. Der Bischof erhielt sogar die Gerichtsbarkeit gegenüber weltlichen Personen zugesprochen. Dies sollte allerdings bis 1388 zu einigen Streitereien zwischen den juristischen Vertretern des Markgrafen und des Bischofs führen, als zum Beispiel der Bischof dieses "Recht" gegenüber den Städten anwandte.
Bischof Dietrichs Stellung im Machtgefüge der Mark Brandenburg erhellt eine Urkunde vom 3. Juli 1384, ausgestellt in Berlin. Hier war der gesamte Landesrat zusammengekommen, um über die militärische Abwehr der Magdeburger Ansprüche auf die Festung Plaue zu beraten. Der Rat bestand aus den drei Bischöfen, dem Grafen Albert von Lindow, dem Ritter Lippold von Bredow und anderen Teilnehmern aus den Städten.

Keine bevorzugte Stellung

Der Bischof Dietrich nahm hier aber keine bevorzugte Stellung ein, er war ein Rat im Landesrat. Wegen der Bedrohung durch das Erzstift Magdeburg, Plaue lag ja ganz in der Nähe der Stadt Brandenburg, entschied der Landesrat, den Hauptmann der mittelmärkischen Streitkräfte, Lippold von Bredow einen Streit in Brandenburg über die Schiffahrtsgerechtigkeiten .auf der Havel. Die kriegerischen Auseinandersetzungen der Brandenburger mit dem Erzstift Magdeburg führten zu großen Verlusten des Domstiftes Brandenburg. Am 15. August 1385 musste das Brandenburger Domstift das Erzstift in Riga um Aufnahme eines Brandenburger Domherrn bitten, da die Mittel dazu in Brandenburg nicht mehr ausreichten. Bischof Dietrich sah sich 1386 gezwungen Geld für die Weiterführung des Krieges aufzutreiben, indem er verpfändete Güter der Markgrafschaft gegen Bezahlung versetzte. Im Jahre 1388 wurde Frieden geschlossen.
Als Markgraf Sigismund 1387 König von Ungarn wurde, kam sein Vetter Jost von Mähren als Markgraf nach Brandenburg; allerdings nur zur Huldigung, um dann für zwei Jahre wieder nach Böhmen zu reisen.
Ein Wechsel der Hauptleute erfolgte mit. "Ausländern", bis 1392 wieder Lippold von Bredow eingesetzt wurde. Es waren dies wieder Zeiten der Fehden zwischen Rittern der Altmark und Lüneburgern, der Prignitzer und Mecklenburger Ritterschaft. Markgraf Jost blieb von 1391 bis 1397 in Böhmen. In der Regierungszeit des neuen Markgrafen zog sich Bischof Dietrich aus den weltlichen Angelegenheiten zurück.
Er bemühte sich jetzt eine neutrale Stellung einzunehmen. Hatte viel mit Schlichtungen zu tun, da die Autorität der kirchlichen Einrichtungen in diesen "wilden Zeiten" sehr nachgelassen hatte. Als auf dem Landtag in Berlin im Januar 1391 der Havelberger Bischof Johann an den Markgrafen Jost eine hohe Geldsumme zur Unterstützung übergab, folgte Bischof Dietrich nicht mit gleicher Hilfe, wie er überhaupt mit Markgraf Jost keine Beziehungen mehr hatte.
Überhaupt waren Geldabgaben eine wichtige Seite der Bischofstätigkeit. So war Bischof Dietrich verantwortlich für die Beziehungen zur römischen Kurie. Die bestanden auch für sein Bistum in der Zeit als die Päpste bis 1376 in Avignon residierten in Geldforderungen. Dies begann mit der Provision zur Bestätigung der Bischofswahl 1365 und setzte sich fort mit Beisteuern für durch ein Erdbeben zerstörtes Benediktinermutterkloster. Bischof Dietrich erfüllte diese Forderungen, auch wenn sie zwischen 1370 und 1380 sehr hoch waren und unter Papst Bonifazius IX. (1389-1404), der die Papstherrschaft im Kirchenstaat wiederherstellte, besonders hoch anstiegen..

Schaden durch zunehmende Fehden

Das Jahr 1392 brachte viele Schädigungen durch zunehmende Fehden für Bistum und Domstift, aber Bischof Dietrich verließ seine neutrale Position auch in diesen anarchischen Zeiten der Kirchenplün- derungen nicht. Als im Frühjahr 1393 von allen Seiten kriegerische Einfälle auf brandenburgische Gebiete erfolgten und besonders der Graf von Anhalt im Süden das bischöfliche Gebiet mit Krieg und Plünderungen überzog, versuchte Bischof Dietrich nur mit den Mitteln des geistlichen Zwanges einzugreifen.
Aber zu dieser Zeit war Bischof Dietrich von der Schulenburg bereits schwer erkrankt und verstarb am 26. April 1393 in Brandenburg. Fast 30 Jahre stand er als Bischof an der Spitze der Diözese Brandenburg. In dieser Zeit hatte die Mark Brandenburg fünf Landesherrn gesehen, und bei Kaiser Karl IV. sich gegen eine Politik stemmen müssen, die übermächtig war. Die Verwaltung des Bistums in diesen kriegerischen Zeiten war besonders schwierig, aber die Sorgfalt und Uneigennützigkeit in allen Zweigen der Verwaltung wurde von seinen verantwortlichen kirchlichen Mitarbeitern hoch anerkannt. So gehörte Dietrich von der Schulenburg zu den Adligen aus der Altmark, die die Reihen der besonders verdienten Männer in der Mark Brandenburg aus dem Geschlecht' der Schulenburgs eröffneten.