Adel
der
Altmark

Bedeutende Personen

Volksstimme vom 29. September 2003
Bedeutende altmärkische Persönlichkeiten Teil 67

Wasmod Georg Maximilian von dem Knesebeck (1906-1993)

Hervorragender Landwirt und Patriot in schwierigen Zeiten
Von Dr. Ernst Block

 

Das Haus Knesebeck gehört zum Uradel in Hannover, Sachsen und Brandenburg.
Zur Knesebecker Linie Langenapel wird als Stifter Ludolf von dem Knesebeck von 1311-1357 als Ritter und Herr auf Wittingen und Dähre genannt und für die Linie Wittingen Paridam von dem Knesebeck von 1317-1349 als Herr auf Wittingen und Brome.
Wobei sich dieses Adelsgeschlecht in der Geschichte des Augustiner Doppelklosters Diesdorf „insula St. Mariä“ bereits für das 13. Jahrhundert findet. Die erste urkundliche Erwähnung für den 21. Februar 1279 führt an, das die Grafen von Dannenberg auf Bitten des Ritters Paridam von dem Knesebeck ihr Eigentum an dem Dorfe Dolslege abtreten. 1381 schenkte Paridam von dem Knesebeck (von dem Knesebeke) dem Kloster Diesdorf eine Hebung in Dolsleben.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Erich Gustav Paridam von dem Knesebeck , geboren am 18. Januar 1881, als Fideikommißherr von Langenapel und Dähre, Besitzer des Rittergutes Langenapel geworden. Er hatte sehr früh seine Eltern verloren, sein Vater starb 1885 und die Mutter 1890, war aktiver Offizier geworden und heiratete am 24. April 1905 Charlotte von Zitzewitz aus Hinterpommern. Erich von dem Knesebeck nahm seinen Abschied, um sich den Aufgaben des Rittergutes Langenapel zu widmen.
Das erste Jahrzehnt bis 1914 waren für den Kreis Salzwedel Jahre der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen. Mit der verkehrstechnischen Erschließung – Eisenbahnlinie der Reichsbahn 1871 von Salzwedel nach Uelzen, der Kleinbahn 1897/98 nach Diesdorf – wurde besonders die Landwirtschaft gefördert, waren doch nun der Waren- und Produktenaustausch in großen Dimensionen möglich. Dazu trugen die industriellen Entwicklungen, wie die Zuckerfabrik und das Superphosphatwerk in Salzwedel bei. Bürger wie der Großkaufmann und Bankier Johannes Meyer-Brüggemann brachten die notwendigen handelspolitischen und finanziellen Beiträge.
Aus der Ehe von Erich und Charlotte von dem Knesebeck gingen sechs Kinder hervor: Wasmod (1906), Ursula (1907), Erika (1910), Gondula (1912), Paridam (1913) und Hans-Hempo. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Rittergutes waren zu dieser Zeit stabil. Und so fand am 5. Oktober 1911 auf dem Rittergut Langenapel ein großes Familienfest statt, das die Häuser Knesebeck zu Ehren des 600-jährigen Besitzes von Langenapel und Wittingen zusammenführte. Erich von dem Knesebeck, der erst 30-jährige Fideikommißbesitzer hatte eingeladen ubd alle Häuser waren gekommen, an der Spitze der Vorsitzende des Familienverbandes Generalleutnant a.D. Lothar von dem Knesebeck-Löwenbruch. Durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, von Hegel, erhielt Erich v.d. Knesebeck den Roten Adler-Orden 4. Klasse im Auftrage des Kaisers überreicht. Dieser erste SDonntag im Oktober 1911 wurde ein Festtag für alle Angehörigen des Knesebeck`schen Familienverbandes. Auch für die Mitarbeiter des Rittergutes Langenapel/Dähre.

Wasmods Jugend und Ausbildung

Wasmod von dem Knesebeck wurde am 11. Januar 1906 als erstes Kind in der Rittergutsfa- milie Erich und Charlotte von dem Knesebeck in Langenapel geboren. Mit sechs Jahren begann 1912 seine schulische Ausbildung; dazu wurde eine junge Erzieherin eingestellt, Käthe Maibaur, die Tochter eines Lehrers aus Vorpommern. Sie war dafür verantwortlich, das in vier Jahren das Schulpensum zur Aufnahme in das Salzwedeler Gymnasium erfolgreich bewältigt wurde. Und als der Rektor Otto Wiehe aus Salzwedel dann in Langenapel die Aufnahmeprüfung abnahm, konnte Wasmod 1916 als Sextaner das Gymnasium in Salzwedel besuchen. Unter Rektor Dr. Max Adler herrschte hier ein strenges Regiment. Die Unterbringung erfolgte in einer Pension; es wurden schwierige Jahre für den erst elfjährigen Schüler. Vom Krieg allerdings merkten die jungen Gymnasiasten wenig. In Erinnerung blieb der "Steckrübenwinter“ 1917. Aber der Ausgleich aus Langenapel milderte die Ernährungssituation.Ernster war schon der Tod von zwei Brüdern von Wasmods Mutter.
Erich von dem Knesebeck hatte das Abitur an der Klosterschule in Rossleben abgelegt und hierher kam Anfang der zwanziger Jahre auch der Sohn Wasmod. Diese alte Klosterschule durch Heinrich von Witzleben 1554 aus einem Zisterziensernonnenkloster begründet, hatte als eine der drei altsächsischen Fürstenschulen einen besonders guten Ruf. Hier bestand Wasmod 1924 die Reifeprüfung.
Aktiver Offizier in der Reichswehr –diese Laufbahn begann für Wasmod von dem Knesebeck im April 1924. Mit Hilfe seines Vaters erhielt er einen der begehrten Ausbildungsplätze bei der 3. Schwadron in Stendal unter Rittmeister Eggert. Die Rekrutenausbildung mit Stalldienst, infanteristischer- und Reitausbildung gehörte nun zum militärischen Alltag. Höhepunkt der Ausbildung war die Teilnahme am Manöver auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow im Kreis Jerichow I, zum Abschluß gab es eine große Parade vor dem Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, der als Ehrengast am Manöver teilnahm. Die für den Rekruten Wasmod vorgesehene weitere Ausbildung an der Reitschule Hannover konnte dann nicht beginnen, da er einen schweren Reitunfall erlitt und nach Lazarettaufenthalt in Dresden im März 1925 aus der Reichswehr entlassen wurde.
Im April 1925 unternahm er mit den Eltern einen Distanzritt nach Kussow im Kreis Stolp, der Heimat der Mutter. Bei der Familie von Arnim auf Gut Falkenberg im Kreis Rummelsburg ergab sich bei der Etappenübernachtung im Gespräch, das der junge Wasmod hier die Ausbildung zum Landwirt beginnen konnte.
Nach erfolgreicher Absolvierung dieses fast 900 km langen Rittes begann er die Ausbildung in Falkenberg noch 1925. Diese Lehrzeit auf dem 800 Morgen großen Gut der Arnims war sehr intensiv, so daß der junge Landwirt am 1. April 1926 als landwirtschaftlicher Beamter auf dem Gut seines Onkels in Sillingdorf in Hinterpommern eine Stellung antrat. Er lernte so die landwirtschaftlichen Arbeiten und die Verwaltung eines Gutes in der Praxis kennen. Nach fast zwei Jahren kehrte er im März 1928 nach Langenapel zurück.
Der Vater war der Meinung, er müsse nun noch eine technische Ausbildung in der Praxis aufnehmen. So begann Wasmod in der Landmaschinenfabrik Otto Richter in Bismark als Schlosser zu arbeiten. Dresch- und Häckselmaschinen, Walzen-, Schrot- und Quetschmühlen, Drillmaschinen und Pflüge – bei Otto Richter wurden alle Landmaschinen gebaut oder in Generalvertretung vertrieben.
Nach der Schlosserlehre führte der Ausbildungsweg Wasmod im Herbst 1928 auf die Höhere Lehranstalt für praktische Landwirte nach Potsdam-Luisenhof. Auf dieser Landwirtschaftsschule unter Leitung von Prof. Matschenz erwarb er den „Staatlich geprüften Landwirt“ und erhielt auf Vorschlag des Professors einen Platz als Austauschstudent für zwei Jahre in die USA, um hier die Landwirtschaft in der Praxis kennenzulernen. In diesen zwei Jahren in den USA lernte er die wirtschaftlichen Verhältnisse in seiner ganzen Härte kennen. Hatte doch bei seiner Ankunft im Oktober 1929 am 29. Oktober mit dem großen Börsenkrach, dem sogenannten „Schwarzen Freitag“ die Wirtschaftskrise begonnen. So mußte die Arbeitssuche des Werkstudenten Wasmod ziemlich selbständig in Chicago anfangen. Und es war schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden. Er lernte so die USA auch als Arbeiter kennen. Die Ausbildung in Ingenieur-Kursen und später die gut bezahlte Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen Industriebetrieb war ein Glücksfall und auch der eigenen Energie zu verdanken. Aber dann kamen im Frühjahr 1931 die bedrohlichen Nachrichte über die Lage des Gutes Langenapel aus der Heimat.

1931 – das Gut Langenapel retten

Im April 1931 kam Wasmod von dem Knesebeck aus den USA nach Langenapel zurück. Zwar hatte der Hausbankier Meyer-Brüggemann über die wirtschaftliche Lage berichtet, aber erst in Langenapel erfuhr er die ganze Wahrheit: Das Gut war über seinen Einheitswert verschuldet. Und auch der Landwirtschaft insgesamt ging es in der Altmark nicht gut. Bereits am 1. Dezember 1930 stellte der Landrat Dr. Thiemer fest, daß „auch unsere heimische Landwirtschaft immer mehr unter der Ungunstr der Zeit leidet. Für Außenstehende nicht immer erkennbar, bietet sich für Eingeweihte das traurige Bild einer immer zunehmenden Verschuldung der Betriebe.“ Die Arbeitslosigkeit im Kreis Salzwedel betrug im Dezember 1931 1406 Personen, davon waren 103 Frauen. Die Wirtschaftskrise traf Deutschland besonders hart.
Wasmod von dem Knesebeck stand vor einer äußerst schwierigen Entscheidung: Den fast aussichtslosen Versuch unternehmen, das Gut Langenapel zu retten, oder in die gut bezahlte Stellung in die USA zurückzukehren. Und er entschied sich für die Rettung des Familienbetriebes, der seit über 600 Jahren den Knesebecks gehörte.
Zuerst verschaffte er sich mit Hilfe des Hausbankiers Meyer-Brüggemann einen genauen Überblick über die wirtschaftliche Lage. Dann unternahm er Versuche, bei Familienverband und bei der Ritterschaftskreditbank Kredite zu erhalten. Aber er erhielt nur Ablehnungen. Bei Professor Matschenz in Potsdam holte er sich Rat bei der Aufstellung eines Planes über den Vermögensstand und möglicher wirtschaftlicher Schritte. In Berlin mußter er darum kämpfen, eine Zwangsverwaltung zu erhalten und bei der Ritterschaft ging es um die Genehmigung, die Besitzungen in Dähre verkaufen zu dürfen. Am 1. Juli 1931 über nahm er dann vom Vater das desolate Gut. Dieser stand der Lage ziemlich hilflos gegenüber, er war einfach nicht mit den gesellschaftlichen Veränderung seit 1918/19 fertig geworden und verstarb am 13. August 1931.
Rigorose Sparmaßnahmen wurden eingeleitet, auch im Bereich der Familie. Die Brüder Paridam und Hans-Hempo mußten das Internat in Putbus auf Rügen verlassen. Der Erstere erhielt eine Stellung in der Landmaschinenfabrik Richter in Bismark und der andere blieb auf dem Gut. Die Schwestern erlernten Krankenpflege und Geflügelzucht, das Gutspersonal eingeschränkt und einige Reitpferde verkauft. Und endlich kam im September 1931 dann doch noch die Bestätigung der Zwangsverwaltung und die Einsetzung Wasmods von dem Knesebeck als Zwangsverwalter. Endlich stimmte auch die Ritterschaft für den Verkauf der Dährer Besitzungen. In diesen Monaten erkannte Wasmod seine wahren Freunde. Und dazu zählten der stellvertretende Landrat und Reichstagsabgeordnete Reinhard Schulze-Stapen, der Vorsitzende der Ritterschaft Rudolf von Kalben aus Vienau und besonders viel Verständnis fand er bei seinen Gläubigern in Stadt und Land bei der Stundung der Außenbeträge. Besonders kuriose bürokratische Hindernisse galt es dabei im Konsistorium in Magdeburg zu überwinden, die aber dann durch den Salzwedeler Amtsgerichtsrat Rudolf Gerson verständnisvoll gelöst wurden.
Auf Anregung des Bankiers Meyer-Brüggemann kündigte Wasmod zum 1. Oktober der gesamten Belegschaft, um dann die wirtschaftlich tragbaren Einstellungen vornehmen zu können. Das Gut Langenapel hatte nach 1919 auch einen Betriebsrat und um allen Problemen begegnen zu können, nahm Wasmod Verbindung mit dem Leiter des Arbeitgeberverbandes Konrad Wernicke in Salzwedel auf. Hier arbeitete als Sekretärin Senta Jerichow, die Tochter eines Bahnbeamten, die bald den Schriftverkehr für Wasmod erledigte. Mit Wasmods Schwester Ursel hatte sie gemeinsam das Oberlyzeum besucht. Und aus diesen ersten Arbeitskontakten entwickelte sich Liebe – im Frühjahr 1932 verlobten sich Senta und Wasmod.
Als Zwangsverwalter erhielt Wasmod 100 RM. Das in den USA ersparte Geld war bald ausgegeben, es waren für die Familie Knesebeck sehr schwierige Monate. Die Frühjahrsbestellung aber war gut verlaufen und vom Wetter begünstigt wuchs im Sommer 1932 eine gute Ernte heran. Und so heirateten Wasmod von dem Knesebeck und Senta Jerichow am 16. Juli 1932 – es wurde eine kleine Familienfeier in Langenapel.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Wasmod von dem Knesebeck war im Herbst 1931 der NSDAP beigetreten, schien doch die Politik dieser Partei nach 1930 die Menschen im Kreis Salzwedel zu erreichen. Wählten im September 1930 bei den Reichstagswahlen 22,4 % die NSDAP, so waren es im Juli 1932 bereits 60,6 %. Die Zahl der Arbeitslosen war in der Altmark Ende Oktober 1932 auf 8750 gestiegen, davon waren 1045 Frauen. Und 1933 und 1934 begann eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. In Langenapel hatten Wasmod und Senta von dem Knesebeck erste gemeinsame erfolge erreicht. Durch eigenes Vorbild in der Arbeit, durch vorbildliche Betriebsführung und die Durchsetzung des Leistungsprinzips kam der Abbau des Schuldenberges voran.
Aber da wurden durch die neuen verantwortlichen in der Politik des Kreises – Kreisleiter der NSDAP Dr. von Thörne, Kreisbauernführer Gagelmann in Deutschhorst und Bürgermeister Dr. Isernhagen in Salzwedel – gravierende Fehler in der Wirtschaftspolitik gemacht und durch den eingeleiteten Boykott der NSDAP-Führer gegen das Bank- und Handelshaus Meyer-Brüggemann 1934. Der Inhaber wurde als „Judenstämmling“ verunglimpft, mußte die Schalter schließen und dadurch gerieten viele Bauernwirtschaften in Schwierigkeiten. Dagegen protestierte Wasmod von dem Knesebeck offiziell bei der Stabsleitung des Reichsnährstandes in Berlin. Das führte im Januar 1935 für Wasmod zum Ausschluß aus der NSDAP und nach anderen Querelen am 7. Januar 1936 zu seiner verhaftung durch die Geheime Staatspolizei in Magdeburg. Es war sehr schwierig, sich gegen derartige Verfolgungen zu wehren. Aber die Entlassung erfolgte nach einer Woche, offenbat hatte es zu viele Eingaben gegeben und die Anklagen aus Salzwedel erwiesen sich als nicht stichhaltig.
Mit großer Energie wurde danach von 1936 bis1939 weiter an der Modernisierung des Gutes Langenapel gearbeitet und für den nun 30-jährigen Wasmod von dem Knesebeck kam es wohl selbst überraschend, als er im Herbst 1936 auf der Generalversammlung des Altmärkischen Kornhauses in den Vorstand gewählt wurde, und die nach all den Vorkommnissen – ein großer Vertrauensbeweis der Bauernschaft der Altmark.
Das Gut Langenapel entwickelte sich bis 1943 zum anerkannten landwirtschaftlichen Musterbetrieb und es erfolgte die Anerkennung als landwirtschaftlicher Lehrbetrieb. Und da seit Kriegsbeginn 1939 die geforderten Ablieferungen der landwirtschaftlichen Produkte gut erfüllt wurden, gab es auch mit der Kreisbauernschaft keine Probleme mehr.
Das Ehepaar Wasmod und Senta von dem Knesebeck hatte vorbildlich gearbeitet. Aus dem total verschuldeten Gut wurde ein Musterbetrieb und in Langenapel lebte eine glückliche Familie mit ihren Kinder Helga (1935), Jutta (1938), Werner (1940) und Thomas (1943). Aber es war Krieg. Im November 1943 wurde Wasmod als Soldat eingezogen und kam mit seiner Einheit nach Frankreich zur Ausbildung, nahm an den Abwehrkämpfen in der Normandie teil und geriet hier im Mai 1945 bei St. Naziere in Kriegsgefangenschaft. Die zwei Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft waren sehr schwer, er wurde dort zum Minenräumen eingesetzt – ein „Himmelfahrtskommando“. Er überstand diese Jahre und wurde im Mai 1947 entlassen.

Wieder ein Neubeginn

Senta von dem Knesebeck mußte das Gut unter den Kriegsbedingungen alleine führen. Im April 1945 kamen die Siegertruppen nach Langenapel, zuerst amerikanische, dann britische und am 1. Juli russische Soldaten.
Mit der Bodenreform im Herbst 1945 begann in der Sowjetischen Besatzungszone die radikale gesellschaftliche Veränderung. Nach der Enteignung des Gutes war Senta mit den Kindern zuerst noch in Salzwedel untergekommen, kam aber der Ausweisung zuvor und floh im Januar 1946 nach Corwin in Niedersachsen. Hierher kam dann im Mai 1947 auch Wasmod. Hier konnte er dann die Bewirtschaftung dieses Knesebeckschen Rittergutes bis Anfang des Jahres 1951 übernehmen. Danach erfolgten verschiedene Arbeiten bei einer Baufirma, bis im März 1955 eine Anstellung im Amt für Bodenforschung in Hannover möglich wurde.
Zuerst eingesetzt im Emsland, erhielt er Ende 1958 das Angebot, für das Amt geologische Erkundungsarbeiten im Königreich Afghanistan zu übernehmen. Diese Arbeiten wurden bei Kabul und Kandahar durchgeführt und dauerten bis August 1960. Danach erfolgte die weitere Tätigkeit beim Amt für Bodenforschung in Hannover bis zur Pensionierung 1966.
Der Ruhe stand der Familie wurde durch den Kauf und den Ausbau eines Bauernhauses in Monatshausen bei Tutzing am Starnberger See in Oberbayern bestimmt. Es war eine große Freude für Wasmod, seinen 75. Geburtstag 1981 in Monatshausen feiern und zum Familientag einladen zu können. Wasmod und Senta erlebten noch die Wende 1989/90 und so wußten sie, das ein Gottesdienst in der Heimatkirche Langenapel ihr Leben einst beenden würde. Wasmod von dem Knesebeck verstarb am 11. November 1993 in Monatshausen und seine Ehefrau Senta folgte nur vier Wochen später. Am 18. Dezember 1993 fand in Langenapel der Trauergottesdienst für das verstorbene Ehepaar Knesebeck statt.

Wasmod von dem Knesebeck war ein Adliger, der an sich selbst höchste Ansprüche stellte und bis zum 25. Lebensjahr in der Praxis und beim Studium eine hohe Qualifikation erwarb. Der dann 1931 zwei Entscheidungen traf, die sein weiteres Leben bestimmen sollten: Das Familiengut Langenapel zu erhalten und der Stimme seines Herzens zu folgen und Senta Jerichow zu heiraten. So meisterten Wasmod und Senta von dem Knesebeck alle schwierigen und lebensbedrohenden Situationen gemeinsam und fanden auch nach 1945 wieder einen neuen Anfang. So war es nicht verwunderlich, daß der älteste Sohn Werner mit seiner Familie den Weg nach Langenapel ging, um die über 600-jährige Familientradition fortzusetzen.

 

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